Propst Hagemann schrieb in seinem kleinen Führer von Niedermarsberg nach Obermarsberg:

“Von der Völkersage umwoben, wie kein anderer Punkt Westfalens”, schreibt ein Historiker der Neuzeit über Marsberg. Unter anderem wird auch der Schauplatz der berühmten Siegfriedsage, wie schon vor vielen Jahrhunderten, so besonders in neuerer Zeit nach Marsberg verlegt. Siegfried (Sigurd), so erzählt diese Sage, erschlug auf der Gnitaheide den Fafnir, den Drachen, um den “Hort” (Goldschatz) zu gewinnen, den Fafnir bewachte. Des Drachentöters weiteren Schicksale werden im Nibelungenlied, dem größten deutschen Epos, lang und breit geschildert.
Unter Siegfried, so nehmen heute viele an, ist Armin (Hermann), der Cheruskerfürst und Besieger der Römer, unter Fafnir, dem Drachen, die Römer, Germaniens Erbfeind, zu verstehen.
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Der Abt Nikolaus vom Kloster Tvera auf Island machte im Jahre 1150 eine Reise von Island nach Mainz. In seinen noch vorhandenen Aufzeichnungen über diese Reise sagt er: “Von Minden fährt man zwei Tage bis gen Poddubrunnen (Paderborn); dort ist ein Bischofsstuhl in der Liboriuskirche, wo auch dieser Heilige ruht. Jetzt fährt man noch vier Tage bis nach Mainz. Auf dieser Straße liegt ein Dorf, welches Horhus (Horhusen, jetzt Niedermarsberg) heißt, ein anderes heißt Kiliander (?); dort liegt die Gnitaheide, wo Siegfried den Fafnier erschlug.”

Propst Hagemann: Von Niedermarsberg nach Obermarsberg, Druck und Verlag H. Boxberger, Marsberg um 1910

Text und Bild der Sagenweg-Tafel “Siegfried- Sage”:

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