Ein edler Ritter war in unserer Gegend unterwegs, als er sich plötzlich den berüchtigten Raubrittern von Padberg gegenüber sah. Er flüchtete zum Eresberg, um im dortigen Kloster Schutz zu suchen. Im dichten Wald am steil abfallenden Bergeshang,wurde er von den Raubrittern umstellt. Es gab keinen Ausweg mehr. Bevor er aber diesen Halunken in die Hände fallen sollte, wollte er lieber den Ehrentod sterben. Er wendete sein Pferd und sprang über einen Felsvorsprung in die Tiefe des Diemeltals. Die Sage erzählt, dass der Ritter samt Pferd wie durch Geisterhand geleitet, heil im Tal angekommen ist und so seinen Verfolgern entkommen konnte.

 

Eine 2. Version der Rittersprungsage erzählte uns ein alter Obermarsberger aus seinen Kindheitserinnerungen:

Ein des Diebstahls verdächtigtes Bäuerlein floh mit seinem Esel vor seinem adeligen Herrn durch den Wald. Kurz vor dem Abfall des Felsens ins Tal, riß der Bauer den Esel um eine scharfe Kurve. Der ihn verfolgende Ritter, der in den Wäldern des Eresberges nicht so bewandert war, erkannte die Kehre nicht. Er konnte sein Pferd nicht mehr rechtzeitig zügeln und stürzte, vom Schwung des Pferdes mitgerissen, mit diesem in die Tiefe des Diemeltales.

 

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