Propst Caspari zitiert in seiner Geschichte der Stadt Niedermarsberg den Historiker Johann Suibert Seibertz (Originalwortlaut):

“Der cheruskische Fürst Segest, der nebst seinem Sohne Segimund ein heimliches Einverständnis mit den Römern unterhielt, wurde deshalb, sobald sich Germanicus zurückgezogen hatte, in seiner Burg Heresberg, jetzt Obermarsberg an der Diemel, von seinem eigenen Schwiegersohne Hermann belagert, und dadurch genöthigt, die Römer um Hülfe zu bitten. Germanicus eilte auch zu seiner Befreiung herbei und Segest, die begangene Verrätherei durch eine neue krönend, übergab den Römern seine eigene Tochter Thusnelda, Hermanns schwangere Gemahlin, dessen dreijährigen Sohn und andere vornehme Deutsche, die später alle zu Rom im Triumphe aufgeführt wurden. Segest selbst erhielt Betera (Xanten) zu seinem Aufenthalte angewiesen.”

Caspari, Theodor: Geschichte der Stadt Nieder=Marsberg früher genannt Horhusen, Verlag Buddenkotte, Niedermarsberg 1884

Thusnelda und Arminius (Hermann) hatten gegen den Willen ihres Vaters geheiratet. Darüber, ob Thusnelda von Segestes im Jahr 15 n. Chr. geraubt wurde, oder ob sie, wie in unserer Sage berichtet, Schutz bei ihrem Vater suchte, gibt es widersprüchliche Aussagen. Thusnelda wurde aber vermutlich im Jahr 15 n. Chr. an die Römer ausgeliefert. Das sie und Arminius schon einen dreijährigen Sohn hatten ist sonst nirgendwo belegt. Thusnelda gebar ihren Sohn Thumelius in der Gefangenschaft.

Text und Bild der Sagenweg-Tafel “Segestes und Thusnelda”:

Copyright (C) by Eduard Emmerich 2007-2013

[Sagen des Eresberges] [Der Königsborn] [Siegfried-Sage] [Geheime Gänge] [Schlüsselwunder] [Hildegard Hundegar] [Segestes und Thusnelda] [Segestes und Thusnelda] [Hexe und Teufel] [Rittersprung-Sage] [Wittekinds Taufe] [Clodoald-Sage] [Prangergeschichten] [Die Irminsul] [Sauer-Land] [Sturmius-Sage] [Literatur] [Download]